Fairplay 139 – Rezension: The Loop

Dr.Foo kehrt zurück

Der verachtenswerte Dr. Foo treibt wieder sein Unwesen und ihr seid die Agenten, die ihn aufhalten müssen. Los, nun macht schon, nicht bummeln!“ – „Profeffor wer macht waff?“, mampft das V-Girl, ganz mit ihrem riesigen Erdbeerdonut beschäftigt. Geschickt balanciert sie das Gebäckstück in der einen Hand, während sie mit der anderen ihr Exoskelett in die große Halle zur Teambesprechung steuert.

Nachdenklich setzen sich auch Cztwyzzek, die Zeitstreunerin und Mister Time an den Konferenztisch. Nach reichlich raffinierter Rechenarbeit war ein Team zusammengestellt worden, um den bösen Dr. Foo zur Strecke zu bringen. Dieser Unhold hat eine Zeitmaschine gebaut (großartig?!) und begehrt, mit ihr der Herrscher des Universums zu werden (definitiv nicht mehr so großartig!). Was da alles passieren kann… Unser Team muss vor Ablauf der Zeit insgesamt drei Aufgaben erfüllen, um die Zeitmaschine erfolgreich zu sabotieren.

S.A.B.O.T.A.G.E.

Schon kann es losgehen. Unsere Agentengruppe erwartet ein Raumzeit-Plan, unterteilt in sieben Ären der Geschichte. Vom Anbeginn der Zeit, über die Renaissance bis hin zum Ende aller Zeiten. Inmitten dieses Heptagons steht sie, die Zeitmaschine von Dr. Foo. Dunkelviolett aufragend und als Würfelturm fungierend. Hier fallen zu gegebener Zeit Zeitrisswürfel hindurch, um sie jeweils in drei möglichen Ären zu verteilen. „Wie wird die denn ausgerichtet, bevor ich dran bin?“, fragt die Zeitstreunerin, die zunächst auf dem farblich passenden Feld der Globalisierung startet. Unser Teamleiter Mister Time erklärt derweil, dass wir natürlich zunächst eine Foo-Karte aufdecken und sich so die Maschine in die dort angegebene Ära dreht. Außerdem produziert Dr. Foo Duplikate direkt aus dem Beutel – geschwind in farblich passende Ären gelegt und schließlich gewendet. „Woah!“, entfährt es dem blauen Cztwyzzek, als das Duplikat in seiner Ära auftaucht. Auf der nun offenen Rückseite ist die Industrialisierung abgebildet. „Das ist ja bei mir“, stellt das V-Girl fest. Mister Time erläutert, dass wir Duplikate in der entsprechenden Ära zerstören können. Jetzt werden zwei Würfel (zusätzlich einer für jedes Duplikat) in die Maschine geworfen – rataratatat. Liegen nun in einer Ära vier oder mehr Zeitrisswürfel, explodiert diese und wird zu einem Vortex. Mit dem vierten Vortex gewinnt Dr. Foo und wir verlieren. Damit es dazu nicht kommt, muss die Gruppe gut zusammenarbeiten. Anschließend wird eine Artefakt-Karte vom Riesenstapel aufgedeckt, darin unter anderem Edisons Glühbirne, der Stein der Weisen oder ein Erdbeerdonut. Damit verbessern wir unser Deck.

Deck? Alle Teammitglieder erhalten vorab sechs persönliche Startkarten, dürfen davon zufällig drei vor sich auslegen, und im nächsten Zug wird einfach nachgezogen. Klassisches Deckbuilding. V-Girls 5D-Brille erzeugt grüne Energiewürfel, der Quantenschlüssel der Zeitstreunerin entfernt hingegen Zeitrisswürfel. Alle eigenen offenen Karten dürfen in einem Zug genutzt werden. Mit Energiewürfeln hüpfe ich von Ära zu Ära. Der erste Schritt kostet eine Energie, der zweite Schritt zwei Energie, der dritte Schritt drei Energie. Bestimmte Handlungen erfüllen gleichzeitig Aufgaben, welche außen am Spielplan anliegen, zwei davon sind ständig verfügbar. Mein Zug ist eigentlich vorbei bis…

LOOP!

Neben einer praktischen Funktion besitzen viele Karten ein Dimensionssymbol. Für die Kosten von einer Energie werden bereits benutzte Karten eines Symbols wieder reaktiviert. Nutze sie gleich noch einmal!

Stumm schaut sich das V-Girl um, steht in der Globalisierung, während im Roboterzeitalter das totale Chaos ausbricht und keine Energie mehr übrig ist. Doch dann ein Licht am Ende des Tunnels. „Ich kann mich ja noch mal gratis bewegen, hey hey hey!“. So hüpft die massive grüne Figur ein Zeitalter weiter, loopt und versetzt mit Thors‘ Hammer gleich vier Duplikate in deren Zerstör-Ären. Passenderweise liegt aktuell die Aufgabe aus, bei der Duplikate in verschiedenen Ären zu zerstören sind. Durch diesen Super-Zug ist die Aufgabe nun erfüllt, kommt auf unseren Stapel und eine neue Aufgabe ist verfügbar. Der Clou: Dort wo ich meinen Zug beende, liegt möglicherweise eine offene Karte des Riesenstapels. Die darf ich nehmen und auf den – Trommelwirbel – Nachziehstapel legen. Hurra!

„Was passiert, wenn der Foo-Stapel leer ist?“, erkundigt sich die Zeitstreunerin. Wir mischen den Stapel durch und legen ihn auf Ebene zwei. Von nun an wird ein weiteres Duplikat aus dem Beutel gezogen, ehe die Gruppe ein drittes und letztes Mal mischt. Nach spätestens 21 Zügen endet das Spiel, meist gewinnt das Team zuvor oder Dr. Foos Experiment gelingt. Auf den letzten Drücker hat es das Team geschafft, genug Aufgaben sind erfüllt und das Experiment erfolgreich sabotiert. Doch am Horizont warten gleich neue Herausforderungen, so schnell gibt Dr. Foo dann doch nicht auf. Blau schimmernde Energiewürfel und Superduplikate, L.A.S.E.R.-Zentrifugen und am bitteren Ende wartet die Ultramachina…

Auch das Spielmaterial weiß zu überzeugen. Besonders gefallen dabei die vielen stabilen Pappteile und die großen bunten Holzfiguren, die ich mit hinzugekauften Aufklebern versehen habe. Auch die Würfelturm-Zeitmaschine von Dr. Foo verteilt die Kunststoffwürfel tatsächlich in aller Gleichmäßigkeit durch die drei Ausgänge, was in einer umfangreichen Testreihe bestätigt wurde. Auch dieses Koop-Spiel weist einige Parallelen zum Evergreen PANDEMIC auf: Stapel-Ende bedeutet Spielende, Explosion bei mehr als 3 Würfeln, unterschiedliche Fähigkeiten und mehrere zu erfüllende Aufgaben. Durch das ungewöhnliche Thema, etwas mehr Glück und Zufall sowie umfangreichere und spannendere Komponenten spielt sich THE LOOP hingegen deutlich anders als der bekannte Genre-Klassiker. Und nun ziehen die Zeitstreunerin, das V-Girl und Co. wieder los, um dem boshaften Dr. Foo erneut Einhalt zu gebieten. Diesmal ist sogar der Robofinisher 404 dabei, nachdem sich Mister Time dummerweise in einem Raum-Zeit-Riss verfangen hat!

Lasse Goldschmidt

Maxime Rambourg und Théo Rivière: THE LOOP für 1 – 4 Personen ab 12 Jahren mit Illustration von Simon Caruso bei Board Game Box 2021, Spieldauer 60 Minuten

Dieser Text erschien in der 139. Ausgabe des Fairplay Magazins. Unterstützen Sie unsere Arbeit: Abonnieren Sie das gedruckte Magazin oder bestellen Sie das Einzelheft.

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