Dive

Romain Caterdjian und Anthony Perone: DIVE für 1 – 4 Personen mit Illustration von Alexandre Bonvalot bei Pegasus Spiele 2021, Spieldauer 20 – 30 Minuten

Klappentext

Weit draußen auf der Insel Windfels ist das Tauchen eine uralte, fast heilige Tradition. Bei einem Ritual zur Sommersonnenwende wetteifern Taucher darum, wer es schafft, den heiligen Stein des Dorfes, der vom Häuptling von der Klippe ins Meer geworfen wird, um seine heiligen Kräfte aufzuladen, als Erster zu finden. So folgen die Wettstreiter dem Stein in die Tiefen des Ozeans und lassen sich dabei von Meeresschildkröten und Rochen helfen. Wer den Stein zurückbringen will, sollte sich aber vor einer Gefahr besonders in Acht nehmen – den Haien! Taucht ab in Dive …

Thema

Die Spieler tauchen an der Riffkante, für alle geht es gleichzeitig ab in die Tiefe. Wer in seiner Nähe Schildkröten oder gar Rochen entdeckt, schwimmt zu ihnen und lässt sich ein Stück mitziehen. Sind Haie in der Nähe, ist es gut, das rechtzeitig zu erkennen und sich so zu schützen. Bei diesem Wettlauf, eigentlich Wetttauch, will jeder zuerst ganz unten ankommen und dort den heiligen Stein wie einen Goldenen Schnatz ergreifen.

Mechanik

Herzstück dieses Spiels ist ein Block aus 36 blauschimmernden, durchsichtigen Ozeankarten mit allerlei Meeresgewimmel. Die Klarsichtscheiben liegen gestapelt und jeder schaut von oben in die Tiefe. Dabei gilt es genau zu erkennen, wie die ersten, möglichst fünf Schichten strukturiert sind. Die wichtigste Frage muss stets beantwortet werden, wo tauchen die Haie auf. Zweitwichtig ist das Entdecken von Rochen und Schildkröten. Nach der Analyse wird die eigene Einschätzung geheim mit fünf Markern festgelegt. Diese haben eine Hai- und eine neutrale Seite, dessen Funktion selbsterklärend ist. Außerdem gibt es Zahlenwerte, die festlegen, wie schnell der Taucher einen Helfer im Vergleich zu den Mitspielern erreichen kann, denn nur einem schenken Rochen und Kröten ihre Gunst. Schließlich wird Ozeankarte um Ozeankarte abgetragen und überprüft, wer Widrigkeiten und Chancen der Meerestiefe richtig eingeschätzt hat. Wem das gut gelingt, taucht schneller tiefer zum Sieg.

Für wen ist dieses Spiel?

Ganz eindeutig für Südseeinsulaner und Tiefseetaucher, die werden sich wegen Thema und Optik dem Spiel nur schwer entziehen können. Dann wird das Spiel durch den ungewöhnlichen Mechanismus alle erfreuen, die an neuen Ideen in Brettspielen Freude haben. Da der Spielverlauf einfach ist, taugt es gut für Familien.

Potenzial

Innovation beim Mechanismus wird hier großgeschrieben. Das birgt immer die Chance auf hohes Potenzial, gleichzeitig aber auch die Gefahr des Nicht-Funktionierens, allein schon deshalb, weil der Ablauf zu ungewöhnlich ist.

Pros & Cons

  • Großes Lob für den ungewöhnlichen Zugriff und die kongeniale Grafik.
  • Die Ozeankarten bieten Eindeutigkeit wie Ungewissheit. Meerestiere wie Wale oder Kraken können beim optischen Ausloten stören oder nutzen.
  • Es gibt Varianz für jüngere Kinder, für mehr taktischen Zugriff oder auch für den Einzelspieler.
  • Durchdachtes Schachtel-Innen-Design zur Aufbewahrung des Materials.
  • Die Klarsichtkarten sind 13 cm x 13 cm groß, dann aber doch zu klein, dass mehrere gleichzeitig, wie in der Regel gewünscht, die Tiefe ausloten.
  • Bei Kunstlicht verpufft die Idee sofort, weil das Erkennen verschiedener Schichten fast nicht möglich ist.
  • Das optische Vordringen in die vierte und fünfte Ebene ist eher zufälliges Raten als gewissenhaftes Erkennen.

Meinung

Thema, Optik und Idee sprechen mich sehr an. Trotz beschriebener Einschränkungen ist der Aufforderungscharakter bei mir groß, auch nach manchem Frusterlebnis wieder in dieses Spiel ein- und abzutauchen. (pen)

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