Fairplay 137 – Editorial

Hallöchen,

ich hoffe, mit dieser Anrede fühlen sich alle – nicht nur jede & jeder – angesprochen. Eigentlich passt „Hallöchen“ wirklich gut zu meinem Stall, denn wir wollen schließlich alle erreichen. Geschlechtergerechte Sprache ist in unserer Muttersprache möglich. Und das Beste daran: Es fällt dann nicht mal den Getriggerten auf. Es braucht nur ein bisschen Mühe und Übung.

So wird es im gedruckten Heft stehen. Ich finde nämlich, dass Print noch immer Gewicht hat. Nicht nur inhaltlich, sondern wirklich auch rein physisch. Liegt unser kleines Magazin nicht gewichtig in Ihren Händen? Was soll ich denn mit so leichtgewichtigen Heftchen, wenn ich schon Print kaufe. Ich will Gewicht, sonst kann ich auch gleich Jerry Cotton, John Sinclair oder Groschenromane kaufen, um damit nach Gebrauch durch eine neue Toilettenpapierkrise zu kommen.

Natürlich könnten wir mit leichterem Papier Versand- und Druckkosten sparen. Win-Win-Situation nur für uns. Aber wollen Sie unsere Fairplay dann noch in Händen halten? Wenn schon Print, dann mit Gewicht. Und wenn ich Ihnen jetzt noch verrate, dass unsere beiden Papiersorten Magnomatt und Maxisatin aus nachhaltiger Forstwirtschaft stammen und Magnomatt sogar eigens PEFC zertifiziert ist, ist die Welt doch wieder in Ordnung. Und natürlich halten wir weiterhin an unserer Druckerei in Bethel fest. Die Menschen dort wollen doch gerne mit uns arbeiten. Und wir mit ihnen.

Ein Wermutstropfen kommt auf Sie zu, der erste nach 10 Jahren. Es steht eine Preiserhöhung ins Haus. Und es ist keine verdeckte Preiserhöhung, wir reduzieren weder die Seitenzahl noch sparen wir am Papier. Für ’nen Euro mehr verdoppeln wir glatt unsere Farbseiten. Nächstes Jahr ist die Hälfte unseres Heftes vierfarbig. Find‘ ich ja schön! Sie müssen nur Ihr Portemonnaie öffnen und ab der nächsten Rechnung 28€ überweisen, fürs Ausland sind’s 32€. Da hauen gestiegene Portokosten wirklich rein. Ich hätte Ihnen allen gerne 30 € abgeknöpft. Damit hätten wir uns in Essen das ganze Gehampel mit Wechselgeld und Münzen sparen können. Aber nein, die Knechte sind alle dagegen, es solle schließlich gerecht zugehen, die Portokosten passend umgelegt werden.

Und dann ist tatsächlich ein echtes Schwergewicht im Stall angekommen. 100 Seiten allerdickstes Papier, das macht schon was her. NULL OUVERT heißt das „Magazin für analoge Spielkultur“, das Sebastian Wenzel und Klemens Franz zusammengestellt haben. Oder soll ich eher schreiben: zusammengestoppelt haben. Die Gestaltung, das Layout ist tatsächlich wild, aber das gestehen die beiden nonchalant auch in „Zur Gestaltung des Magazins“ ein. Ist halt eine Nullnummer, die gar keine Rezensionen beinhaltet, dafür aber jede Menge Meta-Themen. Mir sticht natürlich gleich etwas in die Nüstern: „Wir Spielekritiker, Expertinnen und Scharlatane.“ Auch wenn es bei NULL OUVERT etwas wirr zugeht, der Gang in ein einschlägiges Fachgeschäft lohnt. Nur dort gibt’s ein schwergewichtiges Exemplar gratis, sofern noch vorhanden. Zur allergrößten Not geht’s auch per pdf. Aber gedruckt ist dann doch schöner. Ich bin auf jeden Fall gespannt, ob NULL OUVERT der Aufschlag gelingt. Ob wir den Ball aufnehmen werden? Mal sehen… Immerhin, NULL OUVERT vermerkt auch unser Gründungsdatum, ausgerechnet in einem Artikel über das digitale „Vorbild Gamesbranche“. Eigentlich sind Rezensionen, Rezensionen und noch mehr Rezensionen unser Metier. Danach verlangen so ziemlich alle, die aktuelle Umfrage zeigt das wieder einmal. Aber ich gestehe, manche Meta-Themen finde ich auch interessant.

Ihre rege Beteiligung bei der Umfrage hat mich besonders gefreut. Lobeshymnen im „freien Teil“ hört der gesamte Stall doch nur allzu gerne. Natürlich auch die kritischen Stimmen. Der Grundtenor ist jedoch derselbe wie in allen Umfragen zuvor: Weiter so, bleibt wie ihr seid. Klar, bleiben wir, wir können schließlich gar nicht anders. Einige Änderungen stehen aber doch ins Haus, zu deutlich ist Ihre Meinung. Das trifft insbesondere einige Rubriken. Aber mein Stall meint, wir sollten das mit den Änderungen behutsam angehen. Im Nachhinein habe ich allerdings eine Frage in der Umfrage vermisst, von wegen Print: Archivieren Sie das Heft oder geht es – einmal ausgelesen – ins Altpapier? Wer mir persönlich antworten will, kann das gerne an harry@fairplay-online.de tun.

Wir sehen uns in Essen…
Ihr Harry

Dieser Text erschien in der 137. Ausgabe des Fairplay Magazins. Unterstützen Sie unsere Arbeit und abonnieren Sie das gedruckte Magazin für 24 Euro im Jahr.

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